Dieselben Hoffnungen und Träume

26 09 2007

Erschütternd ist die Zusammenstellung, welche Adrian auf Gay West präsentiert. Mir fehlen die Worte und wenn ich mir so etwas ansehe, dann wird mir doch wieder schmerzlich klar, wie privilegiert wir eigentlich leben.





übersetzung fingersmith

25 09 2007

Aus gegebenen Anlass, durch zweimaliges Auftauchen unter den Suchbegriffen …

Ihr Suchenden versucht es doch mal mit wiki. Für die wenigsten Worte gibt es eine eins zu eins Übersetzung. Da muss man sich dann schon mal mit der englischen Umschreibung begnügen. Hilft Euch das?

„A fingersmith is a person of extreme talent in any skill involving the use of hands. [...] This term is most often used to refer to an extremely talented thief who has never been caught.“

Ein Fingermith sollte demnach ein sehr talentierter und nicht gefasster Dieb sein. Ein im Übrigen sehr treffend gewählter Titel für den Roman auf welchem die gleichnamige Serie basiert.





Viewer discretion is advised?

19 09 2007

vda1.png

Erbarmt sich jemand und klärt mich über die Bedeutung dieses Hinweises auf. Ich verstehe ihn rein formal, habe aber keinen blassen Schimmer, was er bedeuten soll und wozu er überhaupt vor einer Serie ausgestrahlt wird. Ich kapier’s einfach nicht und kann mir keinen Reim drauf machen. Ich bitte um Hilfe, dass doch bitte jemand mein Dunkel erhelle.





Demo zum CSD Thüringen 2007

17 09 2007

Wie ich schon am Mittwoch an dieser Stelle beschrieben habe, fand die Demonstration zum CSD Thüringen 2007 am Samstag Nachmittag statt. Da ich an dem Tag circa eine Stunde später aber auch noch das Jubiläum hatte, konnte ich die Demo leider nur bis zum Rathaus mitmachen, dass aber aktiv aus der ersten Reihe. Um es kurz zu machen. Ich war von der Demo mehr als positiv überrascht. Ich glaube, keiner der Veranstalter hatte damit gerechnet, dass so viele Leute demonstrieren würden und ich habe mir sagen lassen, dass es am Ende sogar noch mehr waren, als am Anfang. Da wurden also einige noch spontan während des Zuges durch Erfurt davon überzeugt, mitzulaufen. Der Zeitpunkt war optimal gewählt. Es waren sehr viele Menschen unterwegs, so dass die Demo von vielen beachtet bzw. wenigstens gesehen wurde. Da gab es von Passanten schon die ein oder andere Frage nach dem Zweck dieser Demo.

Hier kurz der Ablauf. Ein wenig verspätet ging es vom Bahnhof in Richtung Juri-Gagarin-Ring los, rechts am Erfurter Hof vorbei. Die Polizei fuhr voraus und regelte den Verkehr, so dass wir ohne größere Probleme auf den J.-G.-Ring kamen, dabei mussten einige Autos auf uns warten, da es ein Weilchen dauerte, bevor die ganze Demo nach links abgebogen war und so blockierten wir die ganze vierspurige Straße in beiden Fahrtrichtungen.

Ein paar Meter weiter bogen wir dann einige Minuten später rechts in die Bahnhofstraße ein und schritten diese gemächlich bis zum Anger ab. Immer wieder mussten wir uns zur Gemächlichkeit auffordern, da es doch eigenartig schwer fiel, langsam zu laufen. Nach knapp einer dreiviertel Stunde, mindestens drei blockierten Straßenbahnen, der Ankunft auf dem Anger, bei der uns ein nicht gepflegter älterer Mann beständig darauf hinwies, dass wir doch die Rechten mit so etwas erst provozieren würden, und einem kurzen Aufenthalt auf dem Anger, während dessen erneut unsere Forderungen vom Laster tönten, erreichten wir doch viel zu schnell den Fischmarkt. Da war die Demonstration für mich leider beendet, da ich zur Familienfeier musste. Hier wurden aber vor dem Rathaus links und rechts die Regenbogenfahnen gehisst und das habe ich dann später, beim Stadtrundgang zwischen Kaffee und Abendbrot in diesem Schnappschuss festgehalten.

img_3116.jpg

Leider blies kein Lüftchen, das unsere Fahnen weithin sichtbar wehen ließ. Den Schirmherr hatte ich bis dahin auch noch nicht erblickt. Das hätte ich aber auch nicht anders erwartet. Die Demo war ein voller Erfolg und genau das was es zum CSD geben sollte. Nicht nur Party, sondern Präsenz zeigen und politische Forderungen ausrufen. Es war eine absolut gelungene Veranstaltung.

Wer weitere Informationen und Bilder wünscht, dem soll mit folgenden Links geholfen werden:

CSD-Thüringen.de

CSD Thüringen 2007 bei Flickr





Bewegtes Sitzen

13 09 2007

Gestern Vormittag habe ich ein Ausflug ins bewegte Sitzen gemacht und nun will ich so unbedingt auch an meinem Schreibtisch sitzen. Es war ein so geniales tolles unterhaltendes Gefühl auf dem Swopper zu sitzen, dass ich es sobald wie möglich täglich genießen möchte. Nun muss nur noch der Chef davon überzeugt werden, seinen zwei besten und einzigen Mitarbeiterinnen noch dieses Jahr jeweils ein so tolles Teil vor den Schreibtisch zu stellen.

Normalerweise sieht der Swopper so wie der rechte blaue aud Swopperund ist mit oder ohne Rollen und mit oder ohne Lehne zu erhalten. Allein auf diesem Teil zu sitzen, war ein absolut einmaliges Sitzerlebnis. Damit bei mir aber richtiges Wild-West-Feeling aufkommt, soll meiner aber eher so wie der graue Sattelsitz links swoppersattel.png aussehen. Absolut gesunder Fun beim Sitzen vor dem Computer. Einmal sollte es jeder ausprobieren. Die Swopper können 10 Tage lang getestet werden. Ich rate aber dazu, sich den erst zum Testen zu holen, wenn man ihn auch kaufen möchte. Ich will nach einmal ausprobieren, schon unbedingt einen haben und mein jetziger Schreibtischstuhl kommt mir nach dem Test so unheimlich langweilig und unbefriedigend vor. Ach hätte ich nur nicht gekostet.

Mehr Infos und die Testbestellung gibt es hier http://www.swopper.de. Empfehlen würde ich aber einen Anruf bei diesem Händler http://www.profi-line-gotha.de, da dort der genaue Wunschswopper bestellt werden kann. Was auch dringendst anzuraten ist. Es besteht absolute Suchtgefahr!!!





„sxey Mnäenr“-freie Zone

13 09 2007

Vor genau drei Tagen wunderte ich mich sehr über einen Suchbegriff, der höchstwahrscheinlich zu heißen Typen führen sollte, dummerweise aber hier gelandet ist. Heute nun wurde statt nach einem „sexy mann“ nach einem „sexy single man“ gesucht. Das bringt mich zu dem Schluss, dass Suchmaschinen manchmal echt mehr als verwirrt sind. Das Letzte worüber ich hier schreiben würde, wären wohl eben solche Individuen. Wenn überhaupt dann geht es hier nur um sexy Frauen. Da die mich aber auch nicht wirklich heiß interessieren, da meine eh die schärfste ist, werden die wohl auch nur am Rande erwähnt bleiben.

So, was beweist es eigentlich? Nach meinen Überlegungen nur das Folgende. Die Suchmaschine ist nur so schlau, wie der/die Suchende selbst, das heißt, wenn ich etwas Konkretes suche, dann setze ich das einfach mal zwischen zwei Anführungsstriche und schon kommt auch das Richtige dabei raus. Wer also einen sexy Mann sucht, sollte dann bitte auch so „sexy Mann“ nach ihm suchen. So nun kann die nächste Anfrage auch getrost hier landen. Zumindest weiß dann jede(r) , dass es hier so etwas nicht gibt, denn hier bloggt eine verpartnerte Lesbe. :D





CSD Thüringen

12 09 2007

csdplakat07.jpgDieses Wochenende ist CSD in Thüringen. Nach der obligatorische Starterparty im e.t.c. ist für den Samstag Nachmittag eine Demo geplant. Die findet auch definitiv statt und ich bin echt mal gespannt, wie viele Leute da mit demonstrieren werden. Meine Erwartungen sind niedrig, also kann mich die Teilnehmerzahl nur positiv überraschen oder meine Erwartung bestätigen. Ersteres wäre mir ja auf jeden Fall lieber. Wir werden sehen. Ansonsten steht am Freitag, mit anschließender Party am Samstag der 60. Geburtstag meines Vaters in Haus. Solche Veranstaltungen liebe ich ja allzu sehr. :( Zum Glück sind aber auch an dieses Ereignis meine Erwartungen recht niedrig, so dass es da auch nur eine positive Überraschung oder eine Bestätigung geben wird. Eines weiß ich jetzt schon. Das Essen wird richtig gut sein. Und dafür lohnt sich so eine Feier auch schon mal.

Jetzt könnte verständlicherweise der Eindruck entstehen, ich sei ziemlich negativ oder zu anspruchsvoll. Dem, das versichere ich hiermit, ist aber absolut nicht so. Das was ich hier zum Ausdruck bringe, ist pure Realitätsnähe. Bei beiden Veranstaltungen muss ich leider auf meinen Schatz verzichten. Sie tut sich weder das eine noch das andere freiwillig an. So muss ich mich den beiden Herausforderungen allein stellen. ;-) Aber auch so ein Tag (der Samstag) geht vorbei und hat zumindest das Potenzial eventuell angenehm und recht unterhaltend zu werden. Also lass ich ihn einfach mal auf mich zukommen.





Doppelt abgesahnt oder geklaut?

8 09 2007

Durch Zufall bin ich über dieses polnische Video gestolpert. Es ist von Ewelina Flinta und trägt den Titel „Żałuję“, was so viel wie „Ich bereue“ heißt. Ob das übertragen verstanden werden kann, weiß ich nicht. Im Lied selbst geht es wohl eher um eine Abrechnung nach einer gescheiterten Beziehung. So heißt es im Refrain:

„Ich bereue Dich gekannt zu haben, bereue geliebt zu haben,
da Du keiner Tränen wert bist. Du wolltest ihnen nicht glauben.
Ich bereue Dich gekannt zu haben, bereue vertraut zu haben,
und ich sage, obwohl jedes Wort umsonst ist, dass Du einmal allein sein wirst.
Absolut allein und ohne Chance.
Absolut allein, so wie ich es einmal war.
Absolut allein…

Warum ich nun meinte, dass der Titel auch übertragen verstanden werden kann, kann hier gehört werden. Für die bessere Tonqualität habe ich von den Liveaufnahmen, welche auf You Tube auch die Sängerin zeigen, abgesehen. Das Lied heißt „Skvělej nápad“, was mit „Großartige Idee“ übersetzt werden kann und wird von Aneta Langerová gesungen. Den übersetzten Text kann man bei You Tube unter diesem Video finden. Die Lieder gleichen sich thematisch IMHO nicht.

Die tschechische Version kannte ich schon, als ich die polnische gefunden habe. Die Tschechin ist die Gewinnerin des ersten Tschechien sucht den Superstar Contests des Jahres 2004. Die Polin belegte bei dem ebenfalls ersten äquivalenten polnischen Wettbewerb den zweiten Platz. Hier kommen meine Thesen.

  1. Die wahrscheinlichste Möglichkeit: Die Melodie wurde von einem Komponisten für beide Lieder doppelt verkauft. Kommt irgendwie nicht gut.
  2. Für Aneta wurde die Melodie von der Ewelina geklaut, was ich weniger glaube, da das dann jemand vom Management gemacht haben muss, da die Lieder von Anetas ersten Album nicht von ihr kommen, sondern, soweit ich weiß, alle für sie geschrieben wurden.

Am wahrscheinlichsten ist aber doch eher, dass da jemand was zwei Mal verkauft und sich dabei sicher gedacht hat, dass die polnische Version, welche 2003 erschien, längst vergessen und verschwunden war, als die tschechische Version 2005 heraus kam. Natürlich kann es sein, dass da bewusst melodisch dupliziert wurde. Das macht man ja öfter in Tschechien. Wobei ich mir überlegen, dass die eine Version, die polnische, als Single ausgekoppelt wurde und die andere, die tschechische, nicht. So wird die Melodie für Anetas Lied scheinbar nur als Albumfüller genutzt. Naja, was hiermit zu beweisen wäre. Es ist alles nur Kommerz und wird ausgeschlachtet. Und wenn nicht nur Kommerz, dann doch zum größten Teil. Vielleicht suche ich das Lied mal im Repertoire von „Deutschland sucht den Superstar“. Es stehen ja offensichtlich immer die selben Macher hinter den Landeswettbewerben.





Niemen – Dziwny jest ten świat

6 09 2007

Seltsam ist diese Welt

Soundtracks werden von den Regisseuren meist bewusst gewählt. Bei englischsprachigen Lieder ist die Wahl auch oft nachvollziehbar, weil die meisten Zuschauer häufig den Text verstehen. Warum sich Robert Thalheim in „Am Ende kommen Touristen“ allerdings für dieses Lied entschieden hat, wird der normale deutsche Zuschauer mit ziemlicher Sicherheit nicht wirklich nachvollziehen können. So möchte ich hier mal ein wenig Licht ins Dunkel bringen.
Nicht nur thematisch passt das Lied an dieser Stelle. So richtig kann ich es nicht einordnen, da ich fürchte, dem Gewicht des Liedes nicht gerecht zu werden. Ich traue mich aber vermessen, zu behaupten, dass wohl ausnahmslos jeder Pole dieses Lied kennt und möglicherweise komplett mitsingen kann. Der Mann, der es singt, ist eine Legende. Czesław Niemen. Nachdem das geklärt ist, kann sich hier jeder selbst eine Vorstellung davon machen, wieso das Lied so passend gewählt wurde. Ich habe die deutsche Entsprechung neben die polnischen Strophen getippt.

Dziwny jest ten świat
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Dziwny jest ten świat,
gdzie jeszcze wciąż
mieści się wiele zła.
I dziwne jest to,
że od tylu lat
człowiekiem gardzi człowiek.

Dziwny ten świat,
świat ludzkich spraw,
czasem aż wstyd
przyznać się.
A jednak często jest,
że ktoś słowem złym
zabija tak, jak nożem.

Lecz ludzi dobrej woli jest więcej
i mocno wierzę w to,
że ten świat
nie zginie nigdy dzięki nim.
Nie! Nie! Nie!

Przyszedł już czas,
najwyższy czas,
nienawiść zniszczyć w sobie.

Lecz ludzi dobrej woli jest więcej
i mocno wierzę w to,
że ten świat
nie zginie nigdy dzięki nim.
Nie! Nie! Nie!

Przyszedł już czas,
najwyższy czas,
nienawiść zniszczyć w sobie.

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Seltsam ist diese Welt
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Seltsam ist diese Welt
in der immer noch
so viel Schlechtes Platz findet.
Und seltsam ist,
dass seit so vielen Jahren
Menschen Menschen verachten.

Seltsam ist diese Welt
die menschliche Welt,
manchmal ist es eine Schande,
sich zu bekennen.
Und es kommt doch öfter vor,
dass jemand mit einem bösen Wort
so wie mit einem Messer tötet.

Doch es gibt mehr gute Menschen
und ich glaube fest daran,
dass diese Welt
niemals durch jemanden verschwindet.
Nein! Nein! Nein!

Es ist an der Zeit,
allerhöchste Zeit
den Hass in sich selbst zu zerstören.

Doch es gibt mehr gute Menschen
und ich glaube fest daran,
dass diese Welt
niemals durch jemanden verschwindet.
Nein! Nein! Nein!

Es ist an der Zeit,
allerhöchste Zeit
den Hass in sich selbst zu zerstören.





Am Ende kommen Touristen…

5 09 2007

amendekommentouristen.jpgist ein Film über eine Zivildienstleistenden. In Auschwitz. Er ist am 16.08.2007 ins Kino gekommen und hat mich unweigerlich zu den nun folgenden Zeilen geführt.

Es war jahrelang Teil meines Lebens und wenn ich ehrlich bin, ist es das immer noch und wird es wohl bis zum Ende meines Lebens bleiben. Auschwitz, welches ich als Oświęcim kennengelernt habe und erst danach als das, wofür es steht. Das Lager vor der Stadt in dem die wenigsten wirklich fassen können, was da passiert ist und wie es gewesen sein muss. Man kann einen leichten Eindruck bekommen, den aber gibt es nicht am Tag und nicht in Auschwitz, sondern in Birkenau bei Dämmerung. Wenn es dunkel wird, da kann man ein wenig fühlen, wie unheimlich dieser Ort, der bei Tag eigentlich nur aus Wiese, einigen Baracken, Zäunen und einem unendlich großem Gelände besteht, wirklich ist. Es ist mir nur einmal passiert, dass ich da war, als es dunkel wurde und was da in mir passiert ist, konnte ich selbst nicht fassen. Es kommen Emotionen hoch, die ich vorher dort nie wirklich zugelassen hatte. mir wurde die Dimension bewusst, da das Areal bei Dämmerung nicht mehr zu überblicken ist und wenn man dann noch mit Vorstellungen von tausenden Menschen auf der Rampe im Kopf mit sich führt, mag man nur schnell da raus. Ich glaube, meiner Bekannten ging es da ähnlich. Wir haben damals nicht wirklich darüber gesprochen, was für Gefühle wir auf dem Weg zum Ausgang hatten, aber das war auch nicht nötig. Ihr Blick war eindeutig. Ich musste nicht nachfragen, um zu wissen, dass es ihr zumindest im Grundgefühl ähnlich ging, wie mir. Danach war eins klar. Ich würde nie wieder so spät nach Birkenau fahren, dass ich die Dämmerung erwische.

Die meisten Touristen fahren nach Auschwitz in einem Tagestrip während eines Aufenthaltes in Krakau. So lernen die meisten wirklich nur das vor der Stadt liegende Lager kennen. Die Kleinstadt bleibt dabei unbemerkt im Hintergrund und tatsächlich hatte ich so manches Mal dort das Gefühl am Ende der Welt angekommen zu sein.

Meine Erfahrungen in dieser Stadt beschränken sich auf die nähere Umgebung des Wohngebiets meiner Babcia (Oma). Als Kinder waren wir da ständig unterwegs und bis heute hat sich da nichts grundlegend geändert. Regelmäßig gab es Besuche im Freibad der Stadt. Es war ein See in den sich die Polen nur mit Badeschuhen trauten. Warum, verstand man, wenn man einen Blick neben den offiziellen Badebereich riskierte. Da lag dann aller möglicher Schmott in relativer Ufernähe im Wasser. Das fing bei zerbrochenen Flaschen an und endete bei ganzen Motoren.

Ansonsten ging es ebenfalls regelmäßig mit dem Rad in den Garten. Wo genau der lag kann ich heute nicht mehr sagen. Es war aber eine Art Kleingartenanlage und der Garten meiner Großeltern war herrlich wüst. Da wucherten Sträucher voller Früchte vor sich hin, an denen man sich herrlich bedienen konnte. Aus dieser Zeit habe ich wohl meine Abneigung gegen Himbeersträucher und die Himbeeren daraus. Es waren mir zu viele Spinnweben im Strauch und Tiere in den Himbeeren.

Und in regelmäßigen Abständen von mehreren Jahren gab es auch Besuche im Lager. Mein erster war ziemlich unglücklich. Ich glaube, ich war damals zehn, mein Bruder sieben und meine Cousine vier oder so. Wir kamen irgendwoher, ich weiß nicht mehr, was für eine Veranstaltung das war, auf alle Fälle fand sie in der Nähe des Lagers Birkenau statt. Also ging meine Babcia mit uns dahin und wir benahmen uns natürlich wie Kinder. Rannten durch das Tor zu den Baracken und krakelten dabei rum, wie wilde Hühner. Später habe ich nie verstanden, warum sich Massen von Menschen das Lager Auschwitz anschauen, aber nur ein Bruchteil von denen nach Birkenau kamen. Ich empfand schon als Kind Birkenau eher als den Ort, an dem man eine hauchdünne Ahnung davon bekam, welche Ausmaße der ganze Schrecken hatte, welche Masse an Menschen hier gewesen sein musste und unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben mussten, wenn sie nicht gleich zur Vergasung selektiert wurden. Stellte ich mir das bildlich vor, liefen mir Schauer den Rücken runter und manchmal war ich auch den Tränen nah. Aber das intensivste Erlebnis hatte ich an dem schon vorher beschriebenen Abend dort.

Auschwitz, mit seinen von Bäumen gesäumten Straßen, seinen Steinhäusern, welche früher Kasernen waren, welche auch der Grund für die Entscheidung waren, das Lager gerade dort hin zu bauen, und vor allem mit den scharenweise das Lager durchstreifenden Tagestouristen, wirkt es zum Teil, wie eine Massenabfertigung. Aber die Menschen, von denen einige offensichtlich nicht wirklich begreifen, was dieses Lager mal bedeutet hat, sind zu viele. Es ist zu geschäftig, zu laut, zu unruhig. Und ich finde dort keine stille B(G)edenkminute. Lebhaft habe ich noch die niederländische Familie im Kopf, welche sich auf den Stufen eines Hauses seelenruhig verköstigte. Ob sie immer noch bedenkenlos auf den Stufen eines Hauses gefrühstückt hätten, wenn sie gewusst hätten, dass da jemand erschossen oder gepeitscht oder getreten oder verhungert oder von da aus zur Todeswand geführt wurde? Ich weiß es nicht. Die Masse, wird den Haufen Touristen sicher nicht begreiflich machen, was da wirklich passiert ist, zumal sich nur ein Bruchteil derer nach Birkenau aufmacht, um sich die Umstände dort anzusehen.