Super Neuigkeiten, die ich nicht anders, aber doch nicht so früh erwartet hätte
Da wir gestern den ganzen Tag unterwegs waren, saß ich erst am Abend kurz vor dem Rechner, um vor allem die Emails des Tages zu checken. Und kaum hatte ich das Emailprogramm offen, konnte ich eine überraschende und sehr erfreuliche Email von Deef lesen. Kurze Zeit später bekam ich diese Info dann auch vom LSVD Verteiler geliefert.
Der Artikel, auf den sich die Meldung bezieht, konnte am 05.03.2008 in der Saarbrücker Zeitung gelesen werden. Da die Saarbücker Zeitung leider strukturmäßig so „toll“ aufgebaut ist, kann ich diesen hier nicht verlinken. Wer also den Artikel lesen möchte, begebe sich bitte auf das Archiv der Saarbrücker Zeitung und suche dort nach Regenbogenfamilien.
Die Grundmitteilungen dieses Artikels lassen sich aber schnell zusammenfassen. In der von Brigitte Zypries in Auftrag gegeben Studie „Kinder in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften“ wurden schon 70 von insgesamt 120 Interviews mit Kindern ab 10 Jahren durchgeführt und die Studiendurchführenden haben scheinbar schon Auskunft über ihre vorläufigen Ergebnisse gegeben. Die Leiterin des Instituts, Fabienne Becker-Stoll wird von der Zeitung wie folgt zitiert:
„Wir sehen für die Entwicklung der Kinder keine Nachteile, sondern tendenziell Vorteile – die Eltern setzen sich mit ihrer Rolle und ihren Kindern bewusster auseinander“
Und so heißt es schon vorher im Artikel, dass die Forscher Frau Zypries „eine Gleichstellung im Adoptionsrecht“ empfehlen werden, wenn sich, was ich nicht anders erwarte, da es dazu ja schon genug Studien in den USA gab bzw. gibt, der Trend der Ergebnisse fortsetzen würde. Auch Volker Beck hat auf diese Meldung entsprechend reagiert.
Allerdings wird in allen Meldungen und Reaktionen ausschließlich die Öffnung der Adoption erwähnt, wobei ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass das alle Ergebnisse sind, welche die Studie zum Vorschein bringen wird. Ich hoffe inständig, dass diese Studie auch Auswirkungen auf die kommunal sehr unterschiedlich gehandhabten Stiefkindadoptionsverfahren haben wird. Schließlich wurden ja nachweislich auch Eltern interviewt deren Kinder noch nicht auskunftsfähig sind. Und wenn die Studie nur diesem einen Zweck dienen sollte, dann waren diese Stimmen wohl leider nur Schall und Rauch. Meiner Meinung nach wäre das mehr als traurig. Könnte doch mit dieser Studie noch so viel anderes gerade gerückt werden. Da wäre zum Beispiel die finanzielle Benachteiligung oder der Behördenaufwand der anfällt, wenn das Kind eine bestehende Partnerschaft hineingeboren wird und diese Partnerschaft auch die Eltern des Kindes sein sollen.
Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass es höchstwahrscheinlich keine fundamental neuen Erkenntnisse bei der Studie geben wird, aber wer hat die schon erwartet? Interessant könnte aber werden, ob es noch weitere rechtsstaatliche Änderungen neben dem Adoptionsrecht geben wird. Ich für meinen Teil drücke dafür ganz fest die Daumen.




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