Fast immer wenn ich unter Autobahnbrücken durchfahre, geht mein Blick ganz von selbst nach oben, um zu kontrollieren, ob sich nicht zufällig Menschen auf der Brücke befinden und unbewusst aber automatisch trete ich stärker aufs Gaspedal, wenn genau das der Fall ist. Nun mag das ein wenig phobisch sein, aber das ist bei mir mit zunehmenden Alter irgendwie normal.
Bestätigt wurde ich aber wieder mal durch die schreckliche Nachricht, welche uns auf dem vorgestrigen Rückweg aus Franken im stündlichen Takt begleitete. Parallel dazu gab es dann immer einen nachvollziehbaren absolut entrüsteten Kommentar meiner Frau, so dass ich nur zustimmend nicken musste. Entsetzt bin ich absolut. Vor allem weil mir schon früher dämmerte, dass das Verhalten in keinster Weise kontrollierbar ist. Bestätigt wurde mir das heute wieder durch einen Artikel auf Spiegel online. Dort heißt es im letzten Absatz unter anderem:
» Polizeipsychologen haben jedoch anhand vergleichbarer Fälle aus der Vergangenheit ein recht genaues Bild von der Verfassung der Täter, die hinter solchen Anschlägen auf Autobahnen stecken. Deren Motiv ist häufig eine Mischung aus Leichtsinn und Gedankenlosigkeit. Vor allem Jugendliche kommen als Täter in Frage. „Sie lassen sich aus Übermut zu grenzüberschreitendem Verhalten hinreißen“, sagte ein Polizeispsychologe SPIEGEL ONLINE.
Das Motiv der Täter gleiche den Beweggründen, eine Straßenlaterne zu demolieren – nur die Konsequenzen seien ungleich schwerer. „Es spielt der Reiz eine Rolle, etwas Größeres, Brisanteres zu unternehmen, das Risiko zu steigern, es den anderen zu beweisen – ohne dabei die Tragweite des Vorfalls zu ahnen.“ Laut dem Experten sei dem Täter das Leid der Opfer so wenig bewusst wie die Konsequenzen für das eigene Leben. „Er ahnt im Moment der Tat nicht, dass sein Leben nie wieder so unbelastet sein wird wie vorher.“ «
Und das ist das wirklich schreckliche daran. Selbst wenn der/die TäterIn gefasst wird oder er/sie merkt, dass sich das Leben durch so etwas nicht nur für die Opfer, sondern primär auch das eigene radikal ändert, wird es für die nächsten tatsächlich nicht die geringste Rolle spielen.




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