Angeregt durch diese Aussage von Girl Ranting
»I feel as if my chance of becoming a mother is slipping between my fingers, as if with each cycle that goes by, my chance of becoming a mother decreases«
(Es fühlt sich an, als ob die Chance Mutter zu werden zwischen meinen Finger verrinnt, als ob mit jedem Zyklus der vergeht, meine Chance Mutter zu werden schwindet)
habe ich tatsächlich erst jetzt bewusst realisiert, wie sich die Sicht auf den Zyklus grundlegend ändert, wenn am Kinderwunsch doch ein wenig länger gebastelt wird, als gewöhnlich (ich setze Mal voraus, dass dem nicht so ist, wenn die Schwangerschaft schnelle und komplikationslos eintritt). So können die Tage nun, wenn sie überhaupt kommen müssen, nicht schnell genug eintreffen. Ok, eigentlich müsste der Eisprung früher liegen.
Für einen regelmäßigen Zyklus bin ich dankbar geworden und habe gemerkt, wie viel der Wert ist, wenn ich an meine schwankenden Zykluslängen denke. Generell ist der Zyklus aber dennoch zu lang. Die standardisierte Länge erlaubt nur 12 bis maximal 13 Versuche im Jahr her. Wenn ich heute in bestimmten Foren von 40 oder mehr Übungszyklen lese, dann weiß bzw. stelle ich heute mit Erschrecken fest, dass es sich dabei um mehrere Jahre handeln muss. Zwölf oder Dreizehn Chancen im Jahr empfinde ich mittlerweile als zu wenig.
Ich weiß, dass ich dieses Gefühl im ersten dreiviertel Jahr noch nicht hatte. Das kam definitiv erst später. Und wenn dann noch ein Zyklus ausgelassen wurde, dann fühlt es sich zwar nicht so an, wie oben beschrieben beim Girl Ranting, also dass die Chancen auf Nachwuchs schwanden, es fühlt sich aber stark nach einer nicht genutzten Chance an und plötzlich wurde mir bewusst, das jeder Zyklus ein potenzielles Kind ist und ein ganz anders, als im Zyklus davor. Es ist schon eigenartig und die Zeit zwischen dem letzten und dem erneuten Versuch kommt mir bei einem ausgelassen auch ewig und nicht enden wollend vor.
Das eigenartige daran ist, dass es vor den Versuchen völlig anders war. Die Tage könnten ruhig mal ausbleiben und wenn sie dann doch kamen, sind sie nur lästig gewesen. Heute könnten sie ruhig schneller kommen und die Zyklen kürzer sein. ![]()
So verschieben sich Sichtweisen einfach, schleichend, unbewusst und unbemerkt. Und komisch ist, dass erst jemand anders die Verbalisierung dessen ermöglicht, was über Monate stumm gefühlt wird.




Wir wollten ja im vergangenen Oktober eigentlich loslegen. Die ersten Zyklen danach habe ich meine Tage verflucht. Noch dazu ist genau im Oktober ein Paar unseres Präilse-Stammtisches SS geworden.
Ich habe wirklich an die verpasste SS gedacht und gemeint die Zeit, die wir unserem ursprünglichen Spender zur Überlegung und „Spermaaufbereitung“ geben wollten, würde nie vorbei gehen.
Nun, nach der endgültigen Absage finde ich die vertanen Zyklen jetzt nicht mehr so schlimm. Jetzt werden wir ja wieder aktiv und tun was für unseren Kinderwunsch.
[...] werden dem Kommen oder Nicht-Kommen der Tage kaum eine Bedeutung beimessen. Nachdem ich den Beitrag hier gelesen habe, musste ich wieder daran denken, wie das so ist, mit dem lieben [...]
Diese Überlegungen, was das Älter angeht haben wir schon auf unserem Weg in die Tonne geschmissen. Das stresst nur ungemein. Unser Planung lief einfach erst konkret, als es wirklich ans Probieren ging.
Nachtrag. Vielleicht liegt das auch an meinem Alter. Dieses Jahr werde ich 36…
Meine Betrachtungen fallen wohl deshalb so aus, dass mit konkreter Zyklusbeobachtung und -kontrolle tatsächlich auch auf den ersten Versuch hingearbeitet wurde. Vorher hat den, glaube ich, keine von uns beiden so genau beobachtet. Die Tage kamen halt, wann sie kamen. Ganz besonders bei mir. Wie praktisch die Eisprungüberwachung doch sein kann, ohne dass sie zum Zwecke des Schwangerwerdens gemacht wird, habe ich auch erst mitbekommen, als ich es dann selbst ausprobiert habe. Da kann selbst bei einem schwankenden Zyklus der Periodeneintritt ziemlich genau berechnet werden. Ich empfinde das als äußerst praktisch.
Oh, ich dachte tatsächlich, das ginge allen so, die nur mittels Planung schwanger werden können/wollen. …da habe ich wohl von mir automatisch auf andere geschlossen.
Wir haben es noch nicht mal konkret angegangen, sondern besprechen immer noch, seit ca. 3 Jahren.
) sehe ich das durchaus nicht nur als weitere verpasste Chance, sondern als einen weiteren Schritt zur Kinderlosigkeit, wie auf einer Waage, deren eine Schale immer weiter nach oben steigt.
Ich kann dem nur zustimmen. Und meine Frau Freundin auch
Und dennoch hat sich meine Wahrnehmung allein dadurch schon verändert. Meine 31-32 Tage-Zyklen habe ich schon sorgenvoll bedacht. Und dann dieses Gefühl, wenn ich wieder einen weiteren Zyklus lang geredet und diskutiert habe, ohne dass ich bzw. wir was unternommen hätten, um konkrete Schritte einzuleiten.
An schlechten Tagen (kein Wortspiel hier
Seufz.
Ist nicht immer einfach, die Zuversicht hoch zu halten.