Meine Frau?

14 07 2008

Wie fange ich das nun wieder an. Irgendwie kenne ich zumindest eine Antwort auf diese Situation schon im Voraus, aber der Grund, warum es zu der Annahme kam, der wird mir wohl nur spekulativ zur Verfügung stehen.

Ich hatte heute ein Gespräch bei dem ich meine Frau, als genau diese betitulierte. Mein Gegenüber (professioneller Psychotherapeut, welcher unter anderem auf Sexualtherapie spezialisiert ist [Nein, es war kein psychotherapeutisches Behandlungsgespräch]) interpretierte das als männliche Rollenübernahme meinerseits. Also da ich meine Frau so nannte, meinte er, dass ich der männliche Part in unserer Beziehung bin. (Wird frau von Psychotherapeuten immer gleich so interpretiert?) Was wir ehrlich gesagt, so abwegig fanden, dass uns beiden erst im weiteren Verlauf des Gespräches klar wurde, dass er das mutmaßte. Er begründete diese Annahme damit, dass in homosexuellen Partnerschaften ja meist vom Partner oder der Freundin geredet wird. Als ich dann aber meinte, dass meine Frau mich auch selbstverständlich als ihre Frau betituliert und wir uns der staatlichen Doktrin der Verpartnerung nicht noch begrifflich unterordnen müssen, war sein Bild von homosexuellen Partnerschaften, die sich überwiegend keiner vorgegebenen Rollenaufteilung unterwerfen, wieder perfekt. Aber er hatte diese Bezeichnung scheinbar noch nie von einem homosexuellen Paar gehört. Nun frage ich mich ernsthaft, wie das sein kann.

Erst mal die Frage, deren Antwort ich wohl schon kenne. Wie nennt Ihr denn Eure Angetrauten oder eben nicht Angetrauten? Und nun die, die ich wohl erst bei einem nochmaligen Gespräch wirklich beantwortet bekommen werde. Wieso glaubt Ihr, kam er zu dieser Annahme und fand diese Bezeichnung irritierend? Ich habe da zwar schon einige Vermutungen, aber vielleicht komme ich ja mit ein paar anderen Antworten weiter, als ich es jetzt bin. Wir waren nämlich beide mehr als erstaunt über seine Aussagen.