Ich hätte ein Kind auch gerne ohne Schwangerschaft gehabt. Die war nun mal auch nicht so einschränkend und fasst unbemerkt abgelaufen, dass diese am Ende auch nicht gestört hat. So eine wahnsinnige Erfahrung war das am Ende jedoch auch nicht und ich konnte mir meine vorherige Einstellung bestätigen. Diese Erfahrung hätte ich nicht machen müssen, aber dennoch gibt es etwas wofür ich wirklich dankbar bin, dass ich doch schwanger war. Und jedes Mal, wenn ich wie alle drei Monate wieder bei meine Schilddrüsenärztin sitze, weiß ich, dass es das wert war.
Und dass ich froh darüber bin, dass ich bei ihr bin, habe ich ihr, als sie mir angekündigt hat, dass sie zum nächsten Termin gleich eine Sonografie mitmachen möchte, auch gesagt. Meine erste Hausärztin hier, hat Sonografien nicht für notwendig gehalten, solange alle Werte im Normbereich waren. Allerdings hatte mich die Hausärztin, die damals die Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert hat, dazu angehalten, mindestens einmal im Jahr eine zu machen, wobei ich das nun auch wieder übertrieben fand. Und nur um mal kurz oder vielleicht eher lang zu skizzieren, was ich meine, kommt hier noch der Rest meiner Beanstandungen an die anderen beiden Hausärzte, die ich hier besucht habe.
Früher musste ich immer bis zu einer bestimmten Uhrzeit Blut abnehmen lassen. In der ersten Praxis durfte ich am Dienstag zwischen 8 und 10 kommen, bei der ersten Parxis nach dem Umzug hierher, war es sogar so, dass das am besten zwischen 7:30 Uhr und 8:00 Uhr geschehen sollte, der Tag war egal, weil die Schwestern sonst immer mit Patienten beschäftigt waren und wenn ich mir dann die Blutabnahme gegen 11 gewünscht habe, kam ich mir wie die größte Bittstellerin überhaupt vor. Das war doof und zudem hatte die Ärztin auch nicht wirklich Ahnung. Eine Sono nach vier oder sogar fünf Jahren bekam ich dann auch erst nach mehrmaligen Bitten. Dazu war die Ärztin mehrmals entweder krank oder in Urlaub, wenn ich gerade einmal im Quartal zu ihr musste.
Als ich dann irgendwann wieder mal bei einem Vertretungsarzt saß, imponierte der mir damit, dass er eine Sono vor Ort machen konnte und auch machen wollte. Dazu klang er recht kompetent. Bis er sich mit Beginn der Schwangerschaft umgehend ins Aus knockte. Weil er schlichtweg nicht zugeben konnte, über etwas nicht Bescheid zu wissen und auf einer Falschaussage beharrte, die für den Kleinen unangenehme Folgen hätte haben können. Die Schilddrüse ist in den ersten beiden Trimestern besonders wichtig, aber vor allem im ersten. Und da wollte er sie nicht engmaschiger kontrollieren, da er der Auffassung war, dass sich da nichts rapide ändern würde, was schlichtweg nicht stimmt. Auf meine Hinweise, dass ich das im Internet auf seriösen und glaubhaften Seiten anders gelesen habe, ist er gar nicht weiter eingegangen. Öfter Blut abnehmen, wollte er in der Schwangerschaft schon gar nicht. Am Ende hat mir die Frauenärztin, die ehrlich meinte, dass sie keine Ahnung hätte, Blut abgenommen, der Hausarzt hat mir die Tabletten weiterhin verschrieben und am Telefon konnte ich dann mit einem Endokrinologen reden, der mir dann auf Grund der Werte die einzunehmen Dosis L-thyroxin empfohlen hat.
Dann kam der Tag des kompletten Zuckerbelastungstests und da hatte wohl ein guter Geist sein Händchen mit im Spiel. Mit Verdacht auf Gestationsdiabetes, weil offensichtlich die zweite und dritte Probe dieses Tests von wem auch immer miteinander vertauscht wurden, bin ich dann bei Diabetologen hier gleich um die Ecke gelandet und als klar war, dass meine Zuckerwerte absolut normal lagen, durfte ich weiter kommen und bin nun als eine der nicht so vielen SchilddrüsenpatientInnen dort. Für mich heißt das Blutabnahmen, wann immer die offen haben, auch am Nachmittag, Sonografie vor Ort und wirklich kompetente Beratung, was sie in der Schwangerschaft unter Beweis gestellt hat. Denn sie bestätigte alles, was sowohl der Endokrinologe mir gesagt und ich im Internet gelesen hatte. Und hätte ich jemals geahnt, dass die Praxis, welche näher liegt, als alle anderen Hausarztpraxen zuvor und mir noch so massiv entgegen kommt, mir helfen konnte und durfte, wäre ich wohl ohne den Verdacht auf Gestationsdiabetes kaum rein gekommen. Denn dieser Verdacht öffnet sofort Türen und Tore, denn da geht es um Zeit.
Der Höhepunkt des heutigen Besuches war aber wohl für alle Kubas Verabschiedung. Zuerst hat er der Ärztin zum Abschied gewunken und dann auch den Schwestern sein Winken geschenkt. Und dazu gab es noch sein wunderbares Lächeln.




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