Ehe, wem Ehe gebührt

23 10 2009

»Der Gesetzgeber ist gefordert: Er muss nun entweder allen Homo-Partnern die Vorteile des Ehegattensplittings gewähren – oder das System umstellen, also aus dem Ehegatten- ein Familiensplitting machen. Dann werden, und das wäre richtig, die Gemeinschaften gefördert, die Kinder erziehen – und nicht die, in denen zwei Menschen zusammen leben.«

via Verfassungsgericht zu Homo-Ehe – Ehe, wem Ehe gebührt – Politik – sueddeutsche.de.

Und das wäre das das Genialste, was jemals im Steuerrecht passieren würde. Endlich genau das, was für die Gesellschaft das einzig Gerechte wäre. Ich bin echt mal gespannt, was schwarz-gelb mit diesem Urteil anfangen. Gern lasse ich mich abermals positiv überraschen, wie ich ja schon im Artikel zum Thüringer Koalitionsvereinbarung erwähnt habe.





Positiv überrascht

21 10 2009

Da sieht frau es mal wieder. Wer wenig erwartet, bekommt umso mehr. Von der Schwarz-roten Koalition in Thüringen habe ich ja eigentlich gar nichts erwartet. Aber siehe da, sie werden, wenn sie dem Koalitionsvertrag folgen endlich die Standesämter für Lebenspartnerschaften öffnen und ein Gleichstellung im Beamtenrecht soll auch erfolgen. Kann auf Landesebene eigentlich noch mehr gemacht werden. Ich vermute mal nicht. Und hier noch zum Beweis der betreffende Auszug (unter Öffentlicher Dienst, Bürgerrechte, auf Seite 48, der fünfte Punkt) aus der Koalitionsvereinbarung der SPD und CDU:

»Die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare werden gestärkt. Es besteht Einigkeit, dass Lebenspartnerschaften zukünftig vor dem Standesamt geschlossen werden können. Versorgungsansprüche von Beamten werden entsprechend der noch ausstehenden bundesgesetzlichen Regelung ausgearbeitet.«

Damit wäre dann einige Aussagen die an dieser Stelle kühn aufgestellte worden, nicht bestätigt. Es wird sowohl etwas in Richtung Gleichstellung getan und außerdem wird es auch einen neuen Ministerpräsidenten oder -präsidentin geben. Fazit: Ich bin ein ganz schlechtes Orakel. Und hoffentlich trifft das auch auf die Vorhersagen zur Bundestagswahl zu (oh, ich höre eine Stimme aus dem Off ‘Träum weiter’).





Es geht los

20 10 2009

Für die Adoption haben wir nun alle Dokumente zusammen. Und das ist am Ende schon eine ganze Liste, wobei alles eigentlich kein Problem war. Nur, das alles immer irgendwo anders her besorgt werden muss ist ganz schön stressig und überall muss dann auch noch persönlich vorbei gegangen werden. Irgendwie kenne ich das so gar nicht. Unser Job verlangt Disziplin am PC. Das geht alles übers Inet und Telefon. Kaum jemand bemüht sich hier persönlich vorbei, wenn er was will. Und daran, dass die Sammlung glatt anderthalb Monate gedauert hat, kann gesehen werden, dass so etwas nicht gerade meine Paradedisziplin ist. Aber egal nun ist alles beisammen und der finale Notartermin zur Antragstellung steht auch und findet am 27.10.2009 statt. Na da bin ich echt mal gespannt, wie weit wir ohne Angabe des Vaters hier kommen werden und wie lange das ganze jetzt dauern wird. Die Dame vom Landesjugendamt meinte damals ja, dass das Verfahren so ungefähr ein halbes Jahr dauert, aber wer weiß schon wie schnell die Mühlen wirklich mahlen.

Und damit nochmals alles hier schön aufgelistet wird, kommt hier die Sammelliste und der Einsammelort, wobei M meine großer Schatz und K meine kleiner Schatz ist:

I Geburtsurkunden
von M und K
kamen von zu Hause
II beglaubigte Übersetzung
von Ms Geburtsurkunde
kam vor zwei Tagen von unserer Übersetzerin für Tschechisch
III Lebenspartnerschaftsurkunde kam auch von zu Hause
IV amtsärzliches Gutachten
für M
kam vom Gesundheitsamt
V Gesundheitsgutachten
für K
hat die Kinderärztin ganz unbürokratisch während eines Impftermins ausgestellt
VI polizeiliches Führungzeugnis
von M
wurde bei der Ausländerbehörde beantragt und kam per Post nach Hause
VII Einkommensnachweis
von M
Steuerbescheid vom Finanzamt, bin mal gespannt, ob das reicht
VIII Staatsangehörigkeitsnachweise
von M und K
Pass und Kinderausweis liegen auch zu Hause und kommt für Kuba von Meldeamt, eine Meldebescheinigung für ihn hätte auch genügt. Wir haben den Kinderausweis aber wegen der regelmäßigen Auslandsaufenthalte.

Und so, wie das hier so steht, sieht es auch gar nicht nach so viel aus. Na ja wieder ein Beweis dafür, dass mit Unterlagen sammeln echt nicht liegt. Aber das sollte im großen und ganzen so gut wie alles sein, was hier von uns verlangt wird. Die ausführlichen Lebensberichte bekommt scheinbar nur das Jugendamt. Na ja meiner ist ja weniger ausführlich ausgefallen. Da freue ich mich schon echt drauf, wenn ich eventuell Numero Due adoptieren werden. Denn ohne eine konkrete Fragestellung irgendwas über mein Leben da hin zu pinseln, liegt mir einfach nicht, habe ich gemerkt.

Und nur als Randbemerkung und dass auch keine Missverständnisse aufkommen. Diese Aufstellung gilt nur für diese Stadt, vielleicht noch für Thüringen, wobei ich mir da nicht wirklich sicher bin.





Eindeutig Mama

20 10 2009

Das erste Mal war ich noch unsicher, was diese Lautkombination zu bedeuten hatte und vor allem, ob mit ihr überhaupt eine Bedeutung verbunden ist, die Kuba immer ab und an und seit einigen Tagen von sich gab. Heute jedoch war es eindeutig. Ja es ist eine bedeutungsgeladene Lautkombi, die immer gleich lautet. Heute haben wir eindeutig unser an uns gerichtetes Mama bekommen. Mein Schatz leider nur am Telefon und ich als ich vom Enkaufen zurück gekommen bin. Dabei hat er immer lauthals mit einem wundervollen Ama gemeldet, wer gerade ans Telefon gegangen ist und wer gerade vom Einkaufen wieder gekommen ist. Herrlich zu wissen, dass er weiß, was er da brabbelt und das nur eine Woche nachdem er überhaupt angefangen hat, richtig zu brabbeln.





Kindheitserinnerungen

14 10 2009

Über die bin ich heute in Form eines DDR-Witzes bei Sgiepel oinlne (gut gemischt)

Hundeleben: Ein polnischer Hund, ein DDR-Hund und ein Hund aus der Bundesrepublik treffen sich und erzählen aus ihrem Leben.
Der polnische Hund sagt „Uns geht es ganz schlecht, wir haben nichts zu fressen.“ Der DDR-Hund sagt: „Das mit dem Fressen funktioniert einigermaßen, aber viel zu melden haben ich nicht.“
Der westdeutsche Hund: „Wenn ich belle, krieg ich Fleisch.“
Darauf der polnische Hund verwundert: „Was ist das, Fleisch?“
Und der DDR-Hund erschrocken: „Was ist das, Bellen?“





Wintereinbruch mit Sommerreifen

13 10 2009

Ich wollte es nicht wahrhaben, aber es war tatsächlich so. Auf dem heutigen Rückweg aus Mähren, sind wir dem Winter begegnet und das in tollsten Sommerreifen. Wir haben die Rückfahrt dennoch ohne Probleme gemeistert, aber weiderrum weiß ich, wieso ich die Strecke im Winter so mehr als ungern fahre. Es geht über den nicht mehr vorhandenen Grenzübergang Reitzenhein und obwohl der nur knapp 800 Meter hoch liegt, ist das im Winter meist eine wundervoll weiße Landschaft, was aber fahrtechnisch völlig unmöglich ist. Kuba hat vos auf die letzte Stunde alles wunderbar mitgemacht. Am Ende hatte er wohl genug vom Kindersitz, war aber bei der Ankunft zu Hause wieder absolut versöhnt und überglücklich. Ich weiß nicht, ob darüber, dass die Fahrt endlich vorbei war, oder dass er endlich wieder zu Hause ist. Bei seiner Babička hat er sich super benommen und mit seinen Cousinen ist er diesmal auch ohne Probleme klar gekommen (im Juli hat er sie noch hilflos ertragen). Diesmal hat er nämlich eindeutig gezeigt, wenn ihm was nicht gepasst hat und dann war es ok. Dann konnten sie auch miteinander spielen.





Das war so klar – Schwarz-Rot in TH

1 10 2009

Diese Nacht wurde bei der SPD abgestimmt und was ist raus gekommen, dass war ich nicht wollte, mir aber schon von Anfang an klar war, dass es so kommen wird, obwohl ewig lange auch mit der Linken gesprochen wurde. Es wird schwarz-rot. Was soll’s. Wieder mal keine positive Überraschung. Das ist alles so berechenbar, dass es echt langweilig ist. Neue oder andere Politik, wie bisher, erhoffe ich mir davon definitiv nicht.





Auf in 4 Jahre Stillstand

27 09 2009

Ich glaube an nichts anderes. Mein Erwartungen in Sachen Gleichstellung homosexueller Partnerschaften an die Regierung nach diesem mehr als ernüchternden Wahlergebnis sind gleich Null. Regenbogenfamiliestudie völlig umsonst, denn mit der Koalition kommt sicher keine gemeinsame Adoption. Auch wenn mir das nichts bringt, so wäre es dennoch ein Schritt weiter gewesen. Und da komme ich schon zum nächsten Punkt. Angeblich vertritt die Liberale ja auch unsere Rechte, die die Konservativen gern als nicht gerechtfertigt abtun. Nur wie schauen wir uns doch einmal an, wie die Liberalen sich für unsere Rechte engagieren. Gut geeigent ist dazu die Bundestagsdebatte von 2007. Dort hat die FDP die Anpassung im Erbschaftsteuerrecht gefordert und eben auch nur das. Rausgekommen ist am Ende ein Kompromiss in welchem wir sowohl Verwandte, als auch, wenn wir reich genug sind, Fremde sind. Wow… Dass, dass allerdings die große Koalition verbockt hat, ist klar und welcher Teil derselber mit großer Wahrscheinlichkeit auch.

Gut meine Erwartungen sind nicht mehr vorhanden. Ich bin auf 4 Jahre Stillstand eingestellt. Und so kann es ja eigentlich nur besser werden. Also lass ich mich mal überraschen. Negativ geht ja hoffentlich nicht. (Negativ würde für mich bedeuten, dass Gesetze wieder rückgängig gemacht werden). So jetzt geh ich erst mal Tee machen und dann sieht alles schon wieder anders aus. Politik ist für mich in nächste Zeit absolut irrelevant, außer, dass ich mich darüber ärgere.





Er läuft …

23 09 2009

… an unseren Händen und jauchzt dabei, als ob es nichts besseres gäbe. Einfach nur herrlich.





Ein Wochenende voller Ereignisse

21 09 2009

Der erste Zahn ist durch und das ganz ohne größeres Theater. Der Kleine ist mehr, als wir uns jemals gewünscht haben und schafft es, uns mit seiner Ausgeglichenheit immer wieder zu begeistern. Dann waren wir zum ersten Mal mit ihm in einem Erlebnis- und Freizeitbad. Er hatte dabei einen Heidenspaß, den Kinderbereich auf eigene Faust in einem viel zu großen Schwimmring zu erkunden. Und vorwärts kommt er jetzt auch richtig, nicht nur ein paar Zentimeter. Offensichtlich hat nur die richtige Motivation gefehlt. Jetzt warte ich nur noch drauf, bis er es schafft, von selbst in die Sitzposition zu schaffen. Er übt seit diesem WE kräftig dran rum.